Googles Quality Rater Guidelines 2012 behind the Scene

Nach dem die Quality Rater Guidelines in der aktuellen Fassung (22. Juni 2012) geleached sind, habe ich mir mal die Mühe gemacht und alles (161 Seiten) zwischen den Zeilen zu lesen und sämtliche „seo-relevanten“, verwertbaren Informationen zusammenzufassen.

Ein sehr häufiger Begriff in den Guidelines ist „Gibberish“ (Übersetzt soviel wie „Geplapper“, „Geschwafel“, „Kokolores“), bedeutet: Google mag kein nutzloses Gelaber um den heissen Brei. Wer also versucht auf seinen Webseiten minimalen Informationsgehalt so aufzublähen, damit dort augenscheinlich viel Text zu einem Thema entsteht, der sollte dieses schnellstens ändern, ansonsten beisst einem mit Sicherheit der nächste „Panda“ oder QR (Quality Rater) in den Hintern. Lieber kurz & wertvoll, statt lang und sinnfrei heisst die Devise.

QR’s haben eine Webseite in 3 Bereiche aufzuteilen (wenn vorhanden).

  • MC (Main Content = Der eigentliche Hauptinhalt)
  • SC (Supplementary Content = Ergänzender Inhalt, wie z.B. sowas wie „Weiterführende Artikel“, „Das könnte Sie auch interessieren“, etc…
  • Ads (Advertisement) = Schlicht und ergreifend Werbung (dabei spielt es keine Rolle ob Werbebanner, AdSense oder der Gleichen).

Hervorzuheben hierbei ist: Google liebt SC. Weiterführende Links zu anderen Seiten (die das gleiche Thema behandeln), Links zu internen Seiten, die sich ebenfalls mit dem Thema befassen, bei WebShops zählen z.B. auch ergänzende Produkte dazu, etc. Wer auf seinen Seiten bisher noch keinen SC (ergänzenden Inhalt) anbietet, sollte sich überlegen dieses nachzuholen. Das Vorhandensein wird als Qualitätsmerkmal gewertet.

Rater klassifizieren den SC in 5 Kategorien:

  • kein ergänzender Inhalt
  • unnütz / nicht hilfreich
  • so-so (orginal Bezeichnung (bei uns sowas wie „so la la“)
  • hilfreich
  • sehr hilfreich

Qualität des MC (Hauptinhalts)

Einer der wichtigsten Punkte: Der Inhalt erfüllt und dient einem bestimmten Zweck. QR’s sollen zu Anfang erst einmal die Bestimmung/Zweck der Seite ermitteln, auf dessen Basis wird das Rating aufgebaut (erfüllt die Seite ihren eigentlichen Zweck). Dazu führt Google einige Beispiele auf, demnach bieten zweckmässige Seiten z.B.:

  • objektive Informationen zu einem Thema
  • Information über bestimmte Personen (z.B. Vita)
  • einen eigenen Standpunkt / Meinung (Autor) zu einem Thema
  • Spass / Unterhaltung
  • Bilder, Videos oder andere Medientypen
  • die Möglichkeit zum Kauf von Produkten
  • Die Möglichkeit Fragen zu stellen um Antworten zu erhalten
  • Usern die Möglichkeit Software hoch- und/oder downzuloaden

Bedeutet im Umkehrschluss: Seiten mit sinnlosem Blabla, die nur dazu dienen einen Link zu einer anderen Seite zu beherbergen, schlicht und ergreifend keinen Zweck (für Google) besitzen und somit direkt durchgefallen sind, da sämtliche Qualitätsfragen immer im Zusammenhang zum Zweck der Seite beantwortet werden müssen. Wobei Google hierbei auch ganz klar kommuniziert, das der Zweck keinen direkten Rückschluss auf die Seitenqualität zulässt, d.h. eine Unterhaltungsseite kann wesentlich qualitativer sein als z.B. eine informative Zeitungsseite.

Zusammenfassendes Beispiel: Eine Informationsseite ohne klarem Zweck/Nutzen (z.B. mit wenig oder kaum MC (dafür mit z.B. viel Werbung)) erhält die niedrigste Qualitätsstufe. Hingegen eine Unterhaltungsseite, die ebenfalls kaum MC hat, aber dafür z.B. ein lustiges Bild/Video beinhaltet, erhält je nach Qualität des Videos/Bildes eine hohe bis höchste Qualitätsstufe, da der Zweck vorhanden und erfüllt ist.

Hierbei muss direkt der gesunde Menschenverstand schalten, wenn es um einen sinnigen Zweck geht. Eine betrügerische Abzockerseite hat sicher ihren Zweck (für den Betreiber) und erfüllt diesen auch zu 100%, nur so eine Seite wird natürlich nicht nur die niedrigste Qualitätsstufe erhalten, sondern auch direkt als Spam markiert.

Eine Webseite muss einem guten Zweck zum Vorteil / Nutzen Vieler dienen. Je weniger Personen (bis hin zu einer Einzelnen (Betreiber)) vom Zweck einer Seite profitieren können, desto geringer die Qualitätsstufe der Seite.

Affiliate-Seiten sind nicht pauschal schlecht. Wenn eine Seite dem Besucher einen Mehrwert bietet (z.B. Reviews, Preisvergleich, ergänzende Produktinformationen, Tipps, etc…) kann sie trotz Affiliate-Links eine hohe Qualitätsstufe erreichen. Hingegen fallen Seiten, mit kopierten Inhalten und /oder ohne Mehrwert, einfach durch.

Der Inhalt muss funktionieren! Wer auf seiner Seite Videos bietet, Online-Kalkulatoren, etc… sollte dafür Sorge tragen das diese auch einwandfrei funktionieren. Bei Shops gehört auch die Funktionalität des Systems (z.B. Warenkorb dazu). Die QR’s sind angehalten tatsächlich solche Dinge zu testen (auch testweise Produkte in Warenkörbe zu legen).

Qualitativer Inhalt besteht für Google aus einem signifikaten (erkennbaren) Anteil an Zeit, Mühe, Expertise und/oder Talent. Ein Beispiel für Mühe / Talent wäre z.B. die Seite eines leidenschaftlichen Hobbyisten, der ein bestimmtes Thema liebt und sich damit entsprechend beschäftigt. Eine solche Hobbyseite kann eine höhere Qualitätsstufe erreichen als z.B. einer anerkannter Experte auf dem selben Gebiet.

Bei bestimmten Inhalten wertet Google die Expertise (Expertenwissen) besonders schwer. Dazu zählen u.a. Inhalte aus dem medizinischen, rechtlichen oder finanztechnischen Bereich (meist Themen für die man im „normalen“ Leben auch eine spezielle & anerkannte Fachausbildung benötigt (z.B. Studium)). Hierbei erwartet Google eine klare Erkennbarkeit, das es sich bei dem Autor um einen entsprechenden Experten handelt. Dieses wird ermittelt z.B. an Hand von Seiten wie „Das Unternehmen“, „Wir über uns“, „Der Autor“ etc. Im Zweifelsfall recherchieren QR’s sogar im Internet ob entsprechende Autoritäten (z.B. Vereinigungen, Zeitungen, Verbände, etc.) die Seite und/oder den Autor entsprechend als Experten erwähnen/aufführen.

Hochwertige Inhalte sind gut recherchiert (d.h. keine falschen Informationen), größtenteils frei von Rechtschreib-/Gramatikfehlern, ist nicht überladen mit Werbung, sind einzigartig und nicht kopiert (Ausnahmen sind z.B. Zitate oder ergänzende, hilfreiche Exkursionen von Autoritäten), beinhalten keine sinnfreien (Füll-) Sätze (Gibberish, Beispiel: „Menschen leben in Argentinien. Argentinien hat eine Staatsgrenze. Einige Menschen mögen Argentinien“) und behandeln grundsätzlich auch keine nutzlosen Themen (Google selbst führt das Beispiel an: „Wie setzt man einen Hut korrekt auf“, mit der Bemerkung, das dieses sowieso jeder Mensch weiss). Google empfiehlt seinen QR’s sich für jeden Hauptinhalt mindestens 3 Minuten Zeit zu nehmen.

Die Seitenaufteilung

Bei der qualitativen Beurteilung einer Seite spielt auch die Aufteilung der Inhalte eine wichtige Rolle. Der MC sollte oben, mittig in einer prominenten Position stehen und vom Seitenbesucher direkt erkennbar sein (Stichwort: „Above the fold“). Der MC und SC (wenn vorhanden) muss den größten Teil des verfügbaren Platzes einnehmen. Werbung & SC sollten so angeordenet sein, das diese nicht vom MC ablenken. Wenn Werbung vorhanden ist, muss diese klar vom Rest getrennt als solches erkennbar sein.

Das Gesamtbild muss stimmen

Auch wenn es vorranging um die Bewertung einer einzelnen Seite geht (Zweck der Seite in Bezug auf die entsprechenden Schlüsselbegriffe (keywords)) müssen sich die QR’s auch IMMER einen Überblick über den Rest / die gesamte Internetpräsenz verschaffen. Daher werden sie angewiesen sich auch direkt die Startseite (Homepage) anzusehen. Dinge die hierbei besondere Beachtung finden ist z.B. die Aktualität. Sind die Artikel auf der Startseite veraltet, lässt dies den Rückschluss zu, das die gesamte Präsenz nicht entsprechend gepflegt wird. Hervorzuheben ist, das die QR’s den Hinweis erhalten haben auf z.B. die „letzte Aktualisierung“ oder Copyright-Information (wenn vorhanden) einer Seite zu schauen. Wenn dort z.B. steht „© 2001 by XYZ“ ist das ebenfalls ein Indiz für eine ungepflegte Präsenz.

Des Weiteren sollen auch Seiten wie z.B. „Das Unternehmen“, „Die Philosophie“, „Über uns“, „Kontakt“, etc… besucht werden um den grundsätzlichen Zweck der gesamten Internetpräsenz herauszufinden. Unterseiten zu einem bestimmten keyword (Schlüsselbegriff) werden höher bewertet, wenn diese auf Internetpräsenzen zu finden sind, die sich nur oder überwiegend mit der Thematik beschäftigen, anstatt Präsenzen, die viele verschiedene (artfremde) Themen behandeln.

QR’s sollen ebenfalls darauf achten ob ausreichend Kontaktinformationen (E-Mail, Telefon, Kontaktformulare, etc.) auf der Präsenz geboten werden. Als Hintergrund dazu wird das natürliche Bedürfniss von Menschen nach Anerkennung & Aufmerksamkeit aufgeführt. Ein (echter) Experte möchte das „Jeder“ weiss, dass er die Seite bertreibt und das die (genialen) Inhalte von ihm stammen, Fake/Spam „Experten“ hingegen möchten lieber keine Informationen herausgegeben, wer da wirklich hinter den Inhalten steht (um nicht aufzufliegen). Vertrauenswüdigkeit / Reputation ist ebenfalls ein wichtiger Qualitätsfaktor.

QR’s haben die Anweisung gezielt die Reputation einer Seite/Autors im Internet zu recherchieren (ob echt & gut, Abzocker oder fake). Dazu werden ihnen extra einige Suchmuster vorgeschrieben, u.a.:

  • [Internetadresse]
  • [Internetadresse.tld]
  • [Internetadresse reviews]
  • [Internetadresse Meinung]
  • [„Internetadresse“ -site:Internetadresse.tld]
  • [link:Internetadresse.tld]

Die Ergebnisse sollen die QR’s prüfen ob dabei irgendwelche negativen Dinge zu der Seite ans Tageslicht kommen.

Das Design ist nicht das Wichtigste

Die Instruktion an die QR’s ist eindeutig: Webdesign ist kein direktes Qualitätsmerkmal. Hässliche Seiten mit exzellenten Inhalten bekommen eine höhere Qualitätsstufe gegenüber wunderschönen Design-Meisterwerken mit miesen Inhalten. Eine Ausnahme bilden da lediglich wieder bestimmte Themengebiete (Recht, Medizin, Finanzen), sehen solche Seiten Amateurhaft aus, so stellt dieses die Vertrauenswürdigkeit in Frage und wirkt dadurch negativer als sensationelle Inhalte.

Im Zweifelsfall lieber schlechter bewerten

Die Regel ist knallhart, wenn ein QR nicht sicher ist, wie er eine Seite von der Qualitätsstufe (meist immer 5 verschiedene) her einordnen soll gilt die Anweisung: Immer die schlechtere Stufe zu wählen.

Fazit:

Die Guidlines gehen schon einige Schritte weiter als ein einfaches „look & rate“ oder „click & forget“, die QR’s werden durch die Richtlinien angewiesen für jede Seite investigativ tätig zu werden und sich mit der gesamten Präsenz entsprechend genau zu beschäftigen. Dabei wird extrem viel Wert auf Qualität & Reputation gelegt. Neu ist hierbei sicherlich der weite Blick über den Tellerrand, wobei viel Aufwand, für die Recherche nach einem Echo aus dem Web zu der jeweiligen Seite, betrieben wird. Reputationsmanagement wird somit zu einem neuen, wichtigen Rankingfaktor für eine Internetpräsenz, spätestens beim nächsten Besuch eines Quality Raters.